PO Magazin ǀ Erotik Reportage – Rotlicht ist Lifestyle

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PUFF / Rotlicht ist schon lange nicht mehr das schmuddelige Hinterhofding, in das sich Menschen verstohlen, in einen Trenchcoat gehüllt, hineinschleichen, sondern vielmehr eine Wellness- und Entertainment-Branche. So kann der selbstbewusste Mann heute ungeniert und sicher ein seriöses Bordell oder einen Club besuchen, ohne das schlechte Gewissen etwas ausgefressen zu haben. Genau wie der gekaufte Sex zu etwas Alltäglichem geworden ist, gehen auch die Menschen, die dort ihr Geld verdienen, einem einigermaßen geregelten Alltag nach. Diese Ungeheuerlichkeit, die jeder Verteufelung seitens des Spießbürgertums zuwiderläuft, setzt den BDDE auf den Plan.
Rotlicht ist Teil unseres Lifestyles

BDDE, steht für Bundesverband des deutschen Erotikgewerbes, und damit sind alle angesprochen, die mit der Vermarktung von sexueller Dienstleistung zu tun haben. Ein Verein, der sich den Klischees vom verruchten Geschäft mit der Lust ebenso verweigert wie der Schönfärberei.
Die Professionalisierung der erotischen Unterhaltung beschleunigt sich. Neue Konzepte und Märkte entwickeln sich mehr in Monaten denn in Jahren. Die Erotik-Unterhaltungsindustrie und Gastronomie steht vor großen Hindernissen und Ungereimtheiten. Zu den brennenden Fragen zählt vor allem, wie die Branche die Zukunft

gestaltet. Die Idee des Verbandes des Erotikgewerbes gewinnt immer mehr an Bedeutung für die gesamte Branche. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Erotikindustrie werden immer stärker von Brüssel bestimmt. In Zeiten zunehmender Werberestriktionen, aber auch neuer Richtlinien will der BDDE die entscheidende Rolle für die Vertretung von Interessen einnehmen und ist mit seiner Gründung 2009 Vorreiter in Europa.
Entscheidende Voraussetzung für ein organisiertes Sexgewerbe war die Legalisierung der Prostitution in Deutschland 2001. Sexarbeiterinnen können seitdem ihre Honorare einklagen und sich wie andere Arbeitnehmer auch sozial versichern lassen. Das älteste Gewerbe der Welt orientiert sich immer stärker an normalen Dienstleistungsjobs. Etwa 400.000 Frauen gehen hierzulande dem horizontalen Gewerbe nach, mehr als die Hälfte von ihnen arbeiten in Bordellen. Eine erhebliche Verbesserung hat die Branche durch die Legalisierung erfahren, indem Investoren nun die Möglichkeit haben langfristig und offiziell zu investieren. Besonders diese neuen Unternehmungen gehen kein Risiko ein durch illegale Frauen oder Gesetzesverstöße ihre Investitionen zu riskieren. So haben sich in den letzten Jahren Erotikbetriebe entwickelt, die sich nicht scheuen mit den Behörden Hand in Hand zu arbeiten und die Arbeitsbedingungen für die Damen auf einem hohen Niveau zu halten. Ohne eingreifen des Staates, sondern durch Qualität im Markt trennt sich die Spreu vom Weizen in dieser Branche zusehends, in dem sie sich selbst reguliert.

Leider ist jegliche Unterstützung durch Staat und Behörden, wie bei anderen Berufsgruppen bis heute ausgeblieben. Welche Politiker besichtigen offiziell Bordelle, um sich einen Eindruck zu verschaffen? Vielleicht wäre es zu viel verlangt, allerdings sollte der ausschließlich negative Eindruck, der von voyeuristischen Schlagzeilen in den Medien zugetragen wird nicht verallgemeinert werden. Außer, dass sich die Finanzämter noch willkürlicher gegenüber der Branche verhalten, hat sich in den letzten 5 Jahren seitens der Gesetzgeber nichts verändert.Die pauschale Kriminalisierung des Gewerbes durch Politik und Medien lässt sich angesichts der steigenden Zahl vorbildlicher und professioneller Erotikbetriebe längst nicht mehr rechtfertigen.
Diese seriösen Unternehmer und Dienstleister erwarten jetzt ebenfalls die Anerkennung und Gleichbehandlung durch die Gesetzgeber und Behörden in der Gesellschaft, wie jeder andere Unternehmer und Freiberufler auch.
Um dies durchzusetzen wurde 2009 der BDDE gegründet; es wurden Statuten für die Arbeitsbedingungen der Damen, für Hygiene und Gesundheit, für den Umgang mit Kunden für die Voraussetzung zu freiberuflichen Tätigkeit, sowie für soziale Verpflichtungen festgelegt.
Die Vereinsmitglieder verpflichten sich diese Standards einzuhalten und werden nach außen hin mit einem Zertifikat versehen. So kann der Gast bereits in der Werbung, jedoch spätestens am Eingang eines Hauses erkennen, dass er hier nicht Gefahr läuft eine unbewusste kriminelle Handlung mit beispielsweise einer illegalen, gezwungenen oder minderjährigen Prostituierten zu begehen und dass er sich auf vorbildliche Hygiene verlassen kann.

Öffentliche Einrichtungen einiger Bundesländer haben bereits ihre Unterstützung bekundet. Eine gemeinsame Werbestrategie soll zu Transparenz und Aufklärung der Öffentlichkeit beitragen. Ebenso werden gemeinsame Interessen bezüglich unverhältnismäßiger Verordnungen, gesetzlicher Ungereimtheiten und behördlicher Ungleichbehandlung gemeinsam juristisch angefochten.
Das PO Magazin, Insider und Branchenkenner wie Andre Kadzikowski (Gaudium Magazin), Michael Beretin (Erotik Lifestyle Marketing), Jürgen Rudlof (Paradise FKK), und andere Mitgründer, welche sich hiermit identifizieren, empfehlen jedem seriösem Betreiber und Freiberufler in der Erotikkbranche dieser Gemeinschaft beizutreten.
PO Redakteur: Andre Kadzikowski
Bilderrrechte © Andre Kadzikowski
Veröffentlichung dieser Reportage, erfolgt mit freundlicher Genehmigung von unserem Kooperationspartnern, dem PO Magazin & dem BDDE
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